Zink – 5 mg pro Tagesdosis

Relevanter Inhaltsstoff im Produkt: Zinkcitrat

Zink ist ein essenzielles Spurenelement und an der Funktion von über 300 Enzymen sowie zahlreichen Transkriptionsfaktoren beteiligt. Im Kontext der Wundheilung ist Zink von zentraler Bedeutung, da es Prozesse der Zellteilung, Proteinsynthese, DNA-Reparatur und Immunabwehr unterstützt. Diese Funktionen sind insbesondere für die Proliferations- und Remodellierungsphase der Wundheilung entscheidend.

In mehreren klinischen Studien wurde gezeigt, dass Patient:innen mit chronischen Wunden signifikant niedrigere Zinkspiegel aufweisen als gesunde Kontrollpersonen. Ein Zinkmangel ist mit einer verzögerten Epithelialisierung, einer verminderten Fibroblastenaktivität und einer beeinträchtigten Immunantwort assoziiert. Diese Mechanismen können dazu beitragen, dass Wunden länger offen bleiben und anfälliger für Infektionen sind.

Zink spielt zudem eine wichtige Rolle in der angeborenen und adaptiven Immunabwehr, unter anderem durch die Unterstützung der Funktion von Neutrophilen, Makrophagen und T-Lymphozyten. Da Infektionen ein wesentlicher limitierender Faktor der Wundheilung sind, ist ein adäquater Zinkstatus für eine normale Heilungsdynamik von Bedeutung.

Zinkmangel kann durch verschiedene Faktoren entstehen, darunter unzureichende Ernährung, chronischer Alkoholismus, austrocknende Wunden und Verbrennungen, chronische Diarrhö, Diabetes mellitus sowie Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse. Diese Risikokonstellationen überschneiden sich häufig mit Patientengruppen, bei denen Wundheilungsstörungen besonders häufig auftreten.

Die im Produkt enthaltene Tagesdosis von 5 mg Zink ist als ernährungsphysiologisch unterstützende Menge einzuordnen. Sie trägt zur Deckung des täglichen Bedarfs bei und unterstützt die normale Funktion zinkabhängiger Enzym- und Immunsysteme, ohne pharmakologische Wirkungen zu beanspruchen.


Einordnung im Gesamtkonzept des Produkts

Im Zusammenspiel mit:

  • Aminosäuren (Gewebeaufbau und Zellneubildung),
  • Vitamin C (Kollagensynthese),
  • Vitamin A (Regulation der Entzündungsphase),
  • Vitamin E (Schutz vor oxidativem Stress),
  • Selen (antioxidative Enzymsysteme),
  • Magnesium (Enzymaktivierung und Energiestoffwechsel),

unterstützt Zink insbesondere:

  • die Zellproliferation und Gewebereparatur,
  • die normale Funktion des Immunsystems,
  • die Abwehr oxidativer und mikrobieller Belastungen,

und ergänzt damit einen multifaktoriellen ernährungswissenschaftlichen Ansatz, der auf die Unterstützung normaler Reparatur- und Regenerationsprozesse bei chronischen Belastungen abzielt.

📊 Studien

Serra et al. (2019) – Zinkstatus bei chronischen Wunden

Diese klinische Beobachtungsstudie zeigte, dass Patient:innen mit chronischen Wunden signifikant niedrigere Serum-Zinkspiegel aufwiesen als gesunde Kontrollpersonen. Die Autoren diskutieren, dass Zinkmangel mit einer gestörten Immunantwort und verlangsamter Geweberegeneration assoziiert ist und somit ein relevanter Risikofaktor für verzögerte Heilungsprozesse sein kann

Serra, R., Grande, R., Butrico, L., et al. (2019). Chronic wounds and zinc deficiency: A clinical correlation. Wound Repair and Regeneration, 27(3), 300–306.


Lin et al. (2017) – Zink und Wundheilungsraten

Diese Übersichtsarbeit analysierte klinische Studien zur Zink-Supplementierung bei Wundheilungsstörungen. Die Autoren berichten, dass ein bestehender Zinkmangel die Wundheilung beeinträchtigt und dass eine gezielte Zinkergänzung bei nachgewiesenem Mangel mit verbesserten Heilungsraten assoziiert sein kann. Gleichzeitig betonen sie die Bedeutung einer bedarfsgerechten Dosierung.

Lin, P. H., Sermersheim, M., Li, H., et al. (2017). Zinc in wound healing modulation. Advances in Wound Care, 6(10), 344–352.


Zinder et al. (2019) – Zink als Schlüsselfaktor der Wundheilung

Diese Übersichtsarbeit beschreibt Zink als einen der zentralen Mikronährstoffe der Wundheilung. Die Autoren zeigen, dass Zink für Zellproliferation, Kollagensynthese und Immunfunktion erforderlich ist. Niedrige Zinkspiegel wurden bei Patient:innen mit chronischen Wunden, Diabetes mellitus und entzündlichen Erkrankungen häufiger beobachtet.

Zinder, R., Cooley, R., Vlad, L. G., & Molnar, J. A. (2019). Nutrition and wound healing: The role of micronutrients. Nutrition in Clinical Practice, 34(6), 839–849.


Song et al. (2020) – Zink bei Druckulzera (Systematischer Review)

Diese systematische Übersichtsarbeit fasste die Evidenz zur Zink-Supplementierung bei Pressure Injuries (Druckulzera) zusammen. Die Autoren analysierten RCTs und Nicht-RCTs und kommen zu dem Schluss, dass Zink in der Literatur als potenziell relevanter Mikronährstoff für die Wundheilung diskutiert wird, die Evidenz aber in Teilen durch heterogene Designs, unterschiedliche Dosen und teils begrenzte Stichprobengrößen eingeschränkt ist. Für eine Produktargumentation ist diese Arbeit besonders nützlich, weil sie zeigt, dass Zinktherapie bei chronischen Wunden systematisch bewertet wurde.

Song, Y. P., et al. (2020). Zinc therapy for pressure injuries: A systematic review. Journal of Wound, Ostomy and Continence Nursing.


Arribas López et al. (2024/2025) – Meta-Analyse: Zink und Wundheilung

Diese aktuelle systematische Übersichtsarbeit und Meta-Analyse untersuchte Zinkinterventionen bei akuten und chronischen Wunden. Insgesamt deutet die Analyse darauf hin, dass Zinkbehandlungen im Vergleich zu Kontrollen Wundheilungsparameter verbessern können, gleichzeitig wird aber betont, dass die Qualität der Evidenz moderat ist und Ergebnisse je nach Wundtyp, Intervention (oral/topisch) und Ausgangslage (z. B. Zinkmangel) variieren.

Arribas López, E. A., et al. (2024/2025). A systematic review and meta-analysis of the effect of zinc on wound healing. BMJ Nutrition, Prevention & Health.


Kodama et al. (2022) – Gefäßchirurgie/CLTI: Serum-Zink & orale Zinksupplementierung

Diese klinische Studie untersuchte Patient:innen mit chronic limb-threatening ischemia (CLTI) nach Bypass-Operation und analysierte den Zusammenhang zwischen Serum-Zinkspiegeln und klinischen Outcomes. Niedrige Zinkspiegel waren mit ungünstigeren Verläufen assoziiert. Zusätzlich berichten die Autoren, dass eine orale Zinksupplementierung die Wundheilung in dieser Hochrisikopopulation unterstützen konnte.

Kodama, A., et al. (2022). Impact of serum zinc level and oral zinc supplementation on clinical outcomes in patients with chronic limb-threatening ischemia after bypass surgery. Circulation Journal.


Momen-Heravi et al. (2017) – Zink bei diabetischem Fußulcus (RCT) – wichtige Qualitätsnotiz

Diese randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie untersuchte Zinksulfat (50 mg elementares Zink/Tag) bei Patient:innen mit diabetischem Fußulcus und berichtete Verbesserungen von Wund- und Stoffwechselparametern. Wichtig: Zu dieser Publikation wurde 2024 eine „Expression of Concern“ veröffentlicht. Für eine wissenschaftlich saubere Darstellung empfiehlt es sich, die Studie nicht als alleinigen Hauptbeleg zu verwenden, sondern nur in Kombination mit robusteren/neueren Übersichten.

Momen-Heravi, M., et al. (2017). The effects of zinc supplementation on wound healing and metabolic status in patients with diabetic foot ulcer: A randomized, double-blind, placebo-controlled trial. Wound Repair and Regeneration.