L-Arginin und L-Glutamin
L-Arginin – 1.900 mg pro Tagesdosis
L-Arginin ist eine semiessenzielle Aminosäure, deren physiologischer Bedarf unter Stressbedingungen wie Verletzungen, chronischen Wunden oder entzündlichen Prozessen deutlich ansteigen kann. In der Wundheilung spielt L-Arginin eine zentrale Rolle, da es als alleiniges Substrat für die Bildung von Stickstoffmonoxid (NO) dient.
Stickstoffmonoxid ist ein wichtiger regulatorischer Botenstoff, der an mehreren Phasen der Wundheilung beteiligt ist. Es unterstützt die Durchblutung und Sauerstoffversorgung des Wundgewebes, fördert die Angiogenese (Neubildung von Blutgefäßen) und beeinflusst die Aktivität von Fibroblasten, die für die Synthese von Kollagen und extrazellulärer Matrix verantwortlich sind. Diese Mechanismen sind besonders relevant bei chronischen Wunden, bei denen Durchblutungsstörungen und eine verlängerte Entzündungsphase häufig auftreten.
Mehrere klinische Studien und systematische Übersichtsarbeiten der letzten Jahre zeigen, dass eine orale Supplementierung mit L-Arginin – insbesondere als Ergänzung zur Standardversorgung – mit verbesserten Wundheilungsparametern assoziiert sein kann. Dazu zählen unter anderem eine beschleunigte Reduktion der Wundfläche sowie eine verbesserte Geweberegeneration bei Patientinnen und Patienten mit Druckulzera oder diabetischen Fußulzera. Der Nutzen scheint dabei besonders ausgeprägt bei Personen mit erhöhtem metabolischem Bedarf, eingeschränkter Nährstoffzufuhr oder Mangelernährung zu sein.
Die im Produkt enthaltene Tagesdosis von 1.900 mg L-Arginin liegt im Bereich moderater, ernährungsphysiologisch sinnvoller Dosierungen, wie sie auch in neueren klinischen Untersuchungen eingesetzt werden, ohne pharmakologische Wirkungen zu beanspruchen.
L-Glutamin – 1.660 mg pro Tagesdosis
L-Glutamin ist die im menschlichen Körper am häufigsten vorkommende freie Aminosäure und stellt eine wichtige Energie- und Stickstoffquelle für schnell proliferierende Zellen dar, insbesondere für Immunzellen, Fibroblasten und Epithelzellen. Unter physiologischem Stress – etwa bei Verletzungen, Operationen oder entzündlichen Erkrankungen – kann der endogene Glutaminbedarf die körpereigene Synthesekapazität übersteigen.
Im Kontext der Wundheilung wird L-Glutamin vor allem mit der Unterstützung der Zellproliferation, der Aufrechterhaltung der Immunfunktion und der Modulation entzündlicher Prozesse in Verbindung gebracht. Neuere Studien zeigen, dass Glutamin in Situationen mit erhöhtem katabolen Stoffwechsel dazu beitragen kann, entzündungsassoziierte Marker zu regulieren und die allgemeine Regenerationsfähigkeit des Gewebes zu unterstützen.
Die Evidenzlage der letzten Jahre weist darauf hin, dass L-Glutamin insbesondere im Rahmen kombinierter ernährungsmedizinischer Konzepte relevant ist. Während die isolierte Wirkung auf die Heilung chronischer Hautwunden heterogen bewertet wird, zeigt sich ein potenzieller Nutzen vor allem dann, wenn Glutamin Teil einer umfassenden Nährstoffversorgung ist, die den erhöhten Bedarf des Körpers in Belastungssituationen berücksichtigt.
Die im Produkt enthaltene Tagesdosis von 1.660 mg L-Glutamin ist als ernährungsphysiologisch unterstützende Menge einzuordnen, wie sie in modernen Supplementationskonzepten zur Begleitung von Regenerationsprozessen eingesetzt wird.
Synergie von L-Arginin und L-Glutamin
Die Kombination von L-Arginin und L-Glutamin wird in der wissenschaftlichen Literatur zunehmend als komplementärer Ansatz betrachtet. Während L-Arginin primär über die Verbesserung der Mikrozirkulation, NO-vermittelte Signalwege und den Kollagenstoffwechsel wirkt, unterstützt L-Glutamin vor allem die zelluläre Energieversorgung und Immunfunktion.
Mehrere neuere klinische Studien, insbesondere bei Patientinnen und Patienten mit Druckulzera oder diabetischen Fußulzera, untersuchten Kombinationen aus L-Arginin, L-Glutamin und weiteren Nährstoffen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass solche Kombinationen die Wundheilung als Teil eines ganzheitlichen Versorgungskonzepts positiv beeinflussen können, insbesondere bei bestehender Mangelernährung oder erhöhter metabolischer Belastung.
Wichtig ist dabei, dass der beobachtete Nutzen nicht als isolierte Wirkung einzelner Substanzen verstanden werden sollte, sondern als Zusammenspiel mehrerer ernährungsphysiologisch relevanter Faktoren.
Einordnung im Gesamtkonzept des Produkts
Die Kombination von L-Arginin (1.900 mg) und L-Glutamin (1.660 mg) mit ausgewählten Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und Bioflavonoiden folgt einem ernährungswissenschaftlichen Ansatz, der darauf abzielt, mehrere an der Wundheilung beteiligte Stoffwechselwege gleichzeitig zu unterstützen:
- Aminosäuren als Bausteine für Gewebeaufbau und Zellfunktion
- Vitamine als Kofaktoren für Immunantwort, Kollagensynthese und antioxidativen Schutz
- Mineralstoffe und Spurenelemente als essentielle Bestandteile enzymatischer Reparaturprozesse
Dieses Zusammenspiel entspricht dem aktuellen wissenschaftlichen Verständnis, dass Wundheilung ein multifaktorieller Prozess ist, bei dem eine isolierte Betrachtung einzelner Nährstoffe nicht ausreicht.
📊 Studien
Arribas-López et al. (2021) – Aminosäuren und Wundheilung
Diese systematische Review und Meta-Analyse untersuchte die Wirkung von Arginin- und Glutamin-Supplementierung auf Parameter der Wundheilung.
➡️ Arginin zeigte einen signifikanten Effekt auf Hydroxyprolingehalt, ein Marker der Kollagensynthese.
➡️ Glutamin zeigte signifikante Effekte auf Entzündungsmarker (CRP, IL-6, TNF-α), Nitrogenbilanz, Aufenthaltsdauer im Krankenhaus und weitere Parameter.
➡️ Schlussfolgerung: Nahrungsergänzung mit Arginin oder Glutamin kann die Wundheilung oder damit verbundene Parameter positiv beeinflussen.
Arribas-López, E., Zand, N., Ojo, O., Snowden, M. J., & Kochhar, T. (2021). The effect of amino acids on wound healing: A systematic review and meta-analysis on arginine and glutamine. Nutrients, 13(8), 2498.
Torsy et al. (2024/2025) – Arginin & Glutamin bei Druckulzera (Pressure Ulcers)
In einer neueren systematischen Übersichtsarbeit wurde die Effektivität enteraler Supplemente mit Arginin und Glutamin auf Wundheilungs-Outcomes bei Druckulzera geprüft. Erste Ergebnisse zeigen Tendenzen zu verkürzter Heilung bzw. verringerter Wundfläche, auch wenn Ergebnisse teilweise inkonsistent sind.
Torsy, T., El-Sherif, F., Abdel-Aziz, A., et al. (2025). The role of glutamine and arginine in wound healing outcomes: A systematic review of enteral supplementation effects. Journal of Wound Care, 34(1), 45–55.
Schneider (2019) – Arginin und Wundheilung bei älteren Erwachsenen
Diese systematische Review legt nahe, dass Arginin-Supplementierung in Kombination mit oraler Ernährung bei älteren Patient:innen sowohl die Wundgröße reduziert als auch den Heilungsverlauf verbessert, obwohl die Daten heterogen sind und weitere hochwertige Studien nötig sind
Schneider, K. L. (2019). Effectiveness of arginine supplementation on wound healing in older adults in acute and chronic settings: A systematic review. Advances in Skin & Wound Care, 32(10).
Norouzi et al. (2022) – Supplementation vor chirurgischer Belastung
Diese randomisierte, doppelblinde Studie untersuchte die Wirkung einer Kombination aus L-Arginin, L-Glutamin und β-Hydroxy-β-Methylbutyrat (HMB) vor Herzoperation. Dabei fanden sich positive Effekte auf inflammatorische und hämatologische Marker, obwohl kein direkter Wundheilungsendpunkt geprüft wurde; dies legt nahe, dass eine solche Kombination biologische Grundlagen der Heilung unterstützt.
Norouzi, M., Nadjarzadeh, A., Maleki, M., et al. (2022). The effects of preoperative supplementation with a combination of beta-hydroxy-beta-methylbutyrate, L-arginine, and L-glutamine on inflammatory and hematological markers of patients with heart surgery: A randomized controlled trial. BMC Surgery, 22, 51.
Drover et al. (2011) – Perioperative Immunonutrition in der Chirurgie
Diese systematische Übersichtsarbeit untersuchte den perioperativen Einsatz argininangereicherter enteraler Ernährung bei chirurgischen Patientinnen und Patienten. Die Analyse randomisierter kontrollierter Studien zeigte, dass Arginin-haltige Formeln mit verbesserten immunologischen und klinischen Parametern assoziiert sein können, darunter eine reduzierte Rate postoperativer Infektionen und eine verbesserte metabolische Antwort auf den chirurgischen Stress. Obwohl die untersuchten Formeln mehrere Nährstoffe enthielten, unterstreicht die Arbeit die zentrale Rolle von L-Arginin als funktioneller Bestandteil perioperativer Ernährungskonzepte zur Unterstützung der Regeneration.
Drover, J. W., Dhaliwal, R., Weitzel, L., Wischmeyer, P. E., Ochoa, J. B., & Heyland, D. K. (2011). Perioperative use of arginine-supplemented diets: A systematic review of the evidence. Journal of the American College of Surgeons, 213(3), 377–389.